Du möchtest dein Baby stillen? Das solltest du unbedingt beachten!

Das Stillen ist einerseits dazu da, dein Kind zu Ernähren, es bietet aber noch viele weitere Vorteile, wie das Beruhigen, einen Ort zur Entspannung für das Baby, aber auch um die Beziehung zwischen der Mama und dem Kind zu vertiefen. Es gibt einige Dinge, die zu beachten sind, damit das Stillen deines Babys eine tolle Erfahrung für dich wird. In diesem Blogbeitrag erfährst du wichtige Punkte, wie Tipps für die richtige Anlegetechnik, häufige Stillpositionen und eine bequeme Stillsituation.

Tipps für das perfekte Stillen

Dieser Blogbeitrag soll zur allgemeinen Aufklärung dienen, ersetzt aber keine Stillberatung.

Die richtige Anlegetechnik

Hautkontakt: Wenn dein Baby gerade erst geboren wurde, achte darauf, dass ihr viel Haut an Haut Kontakt habt. Dein Baby kann dadurch den Geruch deiner Milch riechen und somit deine Brustwarze besser finden. Gleichzeitig wird dabei das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches zu einem besseren Milcheinschuss bei der Mama führt. Auch Hautkontakt ohne Stillen ist sehr förderlich für das Stillen.

Nase zu Brustwarze: Oft wird dazu geraten, dass die Mama das Kind den Mund auf Höhe der Brustwarze zum Anlegen platzieren soll. Nach meiner Erfahrung ist es besser, wenn die Nase zur Brustwarze gerichtet angelegt wird. Zur genaueren Erklärung, soll die Nase auf gleicher Höhe und Linie mit der Brustwarze sein. So öffnet das Kind den Mund weiter und es gelangt mehr Brust in den Mund.

Körperhaltung des Kindes: Achte darauf, dass dein Kind mit dem ganzen Körper zu dir gedreht ist. Der Kopf, der Bauch und auch die Beine sind zum Körper der Mama gerichtet. So liegt das Kind stabiler und es kann weniger Zug auf die Brust ausgeübt werden, was für dich schmerzhaft sein kann.

Kind zur Brust: Wenn du dein Kind anlegst, setzte dich bequem hin und führe dein Baby zu deiner Brust und nicht deine Brust zum Baby. Wenn dies passiert, kommt es oft zu komischen Körperhaltungen bei der Mama, was auf kurze oder lange Sicht zu Schmerzen in deinem Genick und Rücken führen kann.

C-Griff: Wenn dein Kind nicht genügend Brust in den Mund bekommt, kannst du den C-Griff anwenden. Dazu nimmst du deine Brust zwischen die ersten vier Fingern und den Daumen und drückst leicht zusammen, als wenn du einen Burger in der Hand halten würdest. Dabei ist darauf zu achten, dass die Fingern genügend weit oben sind, damit das Baby genug Brust in den Mund nehmen kann.

Allgemeine Tipps: Wenn das Baby an der Brust angelegt ist, kannst du darauf achten, dass bei deinem Baby die Nase frei ist, das Baby keine Schmatzgeräusche macht und effektiv trinkt. Effektiv trinken heißt, dass dein Kind saugt, bis der Milchspendereflex beginnt und danach einige Schlucke trinkt. Danach wird wieder gesaugt und der Milchspendereflex beginnt wieder von neuen, danach kommen wieder einige Schlucke. Der Milchspendereflex wird von Mal zu Mal leichter. Du kannst auch darauf achten, dass dein Baby keine Schmatzgeräusche macht, da dies ein Anzeichen dafür ist, dass dein Baby das Vakuum nicht halten kann.

Stillvorbereitungskurs: Wenn du gerade Schwanger bist, würde ich dir einen Stillvorbereitungskurs bei einer ausgebildeten Stillberaterin/Breastkeeperin empfehlen. Hier wird dir im Voraus gezeigt, worauf du gezielt achtest, um entspannt und wissend in deine Stillbeziehung eintauchen zu können.

Häufige Stillpositionen bei Neugeborenen

Wiegehaltung: Bei dieser Stillposition liegt dein Baby mit dem Kopf auf der Armbeuge und deine Hand stützt den Rücken. Mit der anderen Hand wird das Gesäß gestützt. Der ganze Körper ist dir zugewandt (Bauch an Bauch). Hier ist wieder darauf zu achten, dass die Brustwarze auf Höhe der Nase ist, damit dein Kind den Mund weiter öffnet. Die Wiegehaltung habe ich vor allem zum Einsatz, wenn ich mit meinem Baby unterwegs war.

Stillen eines Babys

 

Stillen im Liegen: Du legst dich bequem auf eine Körperseite. Danach platzierst du dein Baby neben dich und drehst es auf die Seite zu dir gewandt. Jetzt achtest du wieder darauf, dass die Nase deines Babys auf Höhe deiner Brustwarze ist. Im Anschluss ziehst du dein Baby zu dir, damit es deine Brust in den Mund nehmen kann. Diese Stillposition habe ich vor allem in der Nacht angewandt, da ich dabei einfach weiter schlafen konnte.

Frau stillt Baby

 

Intuitives Stillen: Kurz nach der Geburt habe ich vor allem intuitiv gestillt. Dabei legst du dich mit nacktem Oberkörper auf den Rücken und legst dein Baby auf deinen Bauch. Wenn dein Baby stillen möchte, sucht es deine Brust ganz instinktiv und versucht zu stillen. Dabei habe ich mein Baby unterstützt, indem ich das Köpfchen gestützt habe und die Brust mit dem C-Griff geformt habe.

Frau stillt Baby

 

Bequeme Stillumgebung

Bevor du dein Baby stillst, versuche dir deine Umgebung so bequem und gemütlich wie möglich zu gestallten. Vor allem junge Babys stillen gerne sehr lange am Stück. Ich kann hier nur aus Erfahrung sprechen, denn mein Baby hat bis zum dritten Lebensmonat bis zu einer Stunde am Stück gestillt. Die langen Stillphasen sind normal und gehören zur Entwicklung des Kindes dazu.

Snacks und Trinken: Ich habe mir immer Snacks, wie Nüsse, Obst und Gemüse, sowie viel zu Trinken im Umkreis meiner Armlänge bereit gehalten. Es ist auch von Vorteil, wenn vor allem im Wochenbett eine Person da ist, die einem immer etwas bringen kann.

Unterhaltung: Während des langen Stillens habe ich zeitweise Nebenbeschäftigung gebraucht. Sicher ist man total verliebt in sein Baby und möchte es die ganze Zeit ansehen, aber irgendwann möchte man natürlich Ablenkung. Lege dir die Fernbedienung, das Handy oder auch ein Buch zur Hand, damit du es immer griffbereit bei dir hast.

Umfeld: Im Vorfeld ist es von großem Vorteil, wenn das nahe Umfeld darüber bescheid weiß, dass du stillen wirst. Es erspart einem sehr viele „gut gemeinte“ Kommentare. Auch hier ist ein Stillvorbereitungskurs von Vorteil, da du bestärkt und wissend Informationen an deine Angehörigen weitergeben kannst. Ich selbst habe mir leider sehr viele Äußerungen anhören müssen, welche ich jeder frischgebackenen Mama ersparen möchte.

Fazit

Das Stillen ist nicht immer so leicht, wie es sich viele Frauen vorstellen. Aber in diesem Beitrag siehst du auf einem Blick ein paar Tipps und Tricks, wie eine tolle Stillbeziehung entstehen kann. Das Wissen über die richtige Anlegeart deines Babys, mögliche Stillpositionen und das Schaffen einer entspannten Stillumgebung unterstützt diese sehr.

Mit dem Wissen steht einer erfüllten Stillbeziehung mit deinem Kind nichts im Wege. Solltest du jedoch Schmerzen beim Stillen verspüren oder das Gefühl haben, dass etwas beim Stillen nicht passt, setzte dich bitte mit einer gut ausgebildeten Stillberaterin/Breastkeeperin in Verbindung.

Früher, als jede Frau ihr Kind gestillt hat, als es noch keine Flaschennahrung gab, wurden die Stillerfahrungen von einer Generation zur Nächsten weitergegeben. Heute wissen die meisten Frauen nicht mehr, wie das richtige Stillen abläuft. Auch die Erfahrung der eigenen Mama hilft meist nicht weiter, da diese selbst nicht gestillt hat. Denkst auch du, dass das Stillen einfach so funktioniert? Da muss ich dich leider enttäuschen, da einige Punkte beachtet werden müssen.

 

 

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